Bye Bye Bökelberg – 22.Mai 2004

Nach 85 Jahren, 628 Bundesligaspielen mit unvergessenen Erfolgen und Geschichten fällt der letzte Vorhang im altehrwürdigen Mönchengladbacher Bökelbergstadion. Tränen und Triumphe, Pfostenbruch und Büchsenwurf, Platzsperren und Meistertitel - nichts, was es am Bökelberg, der eigentlich gar kein Berg ist, nicht gegeben hat.

«Hier wurde Fußball zelebriert, der bis heute unerreicht ist. Die ganze Geschichte Borussias hat sich hier abgespielt, und das sind fantastische Erinnerungen.

Zwischen dem ersten Bundesliga-Auftritt am 21. August 1965 gegen Tasmania Berlin und dem letzten Meisterschaftsspiel gegen TSV München 1860 ist die Spielstätte zum Mythos aufgestiegen. Dort, wo Günter Netzer, Berti Vogts und Jupp Heynckes die ersten Schritte ihrer Karrieren absolvierten, blieben nicht nur der Gewinn von fünf deutschen Meistertiteln und zwei UEFA-Cup-Siegen in Erinnerung. Es waren vor allem zwei Spiele am Bökelberg, die unvergessen sind.

Im April 1971 schrieb ein morsches Stück Holz Geschichte, als im Spiel gegen Werder Bremen kurz vor Schluss der Pfosten des Tores vor der Nordkurve brach. Alle Bemühungen, das Tor aufzurichten, scheiterten, der Schiedsrichter musste die Partie abbrechen, und Bremen wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt wurde der Bökelberg im selben Jahr nach einem großartigen Europapokalauftritt der Gladbacher gegen Inter Mailand. Der 7:1-Erfolg der Borussia wurde später annulliert, weil der italienische Nationalspieler Roberto Boninsegna von einer leeren Coladose am Kopf getroffen wurde. Ähnliches erlebte übrigens 22 Jahre später der damalige KSC-Torhüter Oliver Kahn, der in einem DFB- Pokalspiel von einer Kastanie getroffen wurde. Auch diese Partie wurde später annulliert.

Es waren aber nicht nur die spannenden Spiele und Erlebnisse, die das 34 500 fassende Stadion prägten. Vor allem der provinzielle Charme, die ungewöhnlich steilen Ränge und der Fan-Aufmarsch vor den Spielen durch bestes Mönchengladbacher Wohngebiet sind charakteristisch. «Das fing schon weit vor dem Anpfiff an, wenn die Zuschauer auf den Bökelberg strömten. Das alles läuft wie ein Film in einem ab

1919 Aus einer alten Kiesgrube wird Borussias Heimat, die Kull


1946 Erste Spiele nach dem zweiten Weltkrieg im Stadion am Bökelberg


1954 Verkauf des Stadions an die Stadt


1962 Einweihung des umgebauten Stadions gegen Glasgow Rangers


1966 Erste Überdachung
 

1972 Ausbau des Ostwalls

1978 Die neue Haupttribüne wird fertig gestellt

2004 Letztes Bundesligaspiel am Bökelberg

2005 Beginn der Abrissarbeit

2006 Der letzte Flutlichtmast fällt